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Ausschreibung Hessisches Literaturstipendium Bordeaux (Nouvelle-Aquitaine)

In Kooperation mit der Organisation ALCA schreiben wir das mit 2.000 Euro dotierte Hessische Literaturstipendium in Bordeaux in der Nouvelle-Aquitaine (30. August bis 21. Oktober 2021)  aus. Einsendeschluss ist der 15. Juli 2021. Das Stipendium kann ggf. aufgrund der Corona-Pandemie auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Ausschreibung Nouvelle-Aquitaine (Bordeaux)


„Hessischer Literaturlöwe“ geht an Barbara Bingel

Barbara Bingel wird mit dem „Hessischen Literaturlöwen“ ausgezeichnet. Die Gründerin und 1. Vorsitzende der Horst Bingel-Stiftung erhält vom Verein der Freunde und Förderer des Literaturlands Hessen den Preis für ihr Engagement in der Literaturförderung. Einen Bericht von hr2-kultur finden Sie hier.


Hörspiel „Softe Paläste“ von Felix Krakau am Tag für die Literatur und die Musik (30. Mai 2021)

2020 war Felix Krakau für zwei Monate als „Land in Sicht“-Stipendiat des Hessischen Literaturrats in der Gemeinde Friedewald. Das Ziel: Eine Erzählung schreiben, die Historie mit der Gegenwart verzahnt. Entstanden ist das Hörspiel „Softe Paläste“, das dem Erzähler in seine temporäre Heimat folgt, uns aber auch in die Vergangenheit Friedewalds führt, ins 15. Jahrhundert zu Wilhelm III – oder Wim, wie ihn der Erzähler nennt. Wim soll Herrscher werden, fühlt sich überfordert und haut ab, Coming-of-Age im historischen Gewand. Nur der Erzähler ist noch da und fragt sich, wie dieser Text über Gegenwart und Vergangenheit zu schreiben ist. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen damals und heute und es kommt zur Beinahe-Begegnung der Figuren dort, wo heute ein Edeka steht. „Ich kann nicht über dich schreiben“, erklärt der Erzähler und tut es dennoch in einem Metanarrativ, einem „Was-wäre-wenn“, dem man sehr gerne folgt.

Anlässlich des Tags für die Literatur und die Musik 2021 wird das Hörspiel erstmals veröffentlicht und kann ab dem 30. Mai hier oder auf dem Youtube-Kanal des Hessischen Literaturrats gehört werden. Darüber hinaus gibt es ein Kurzinterview mit dem Autor.

Softe Paläste von Felix Krakau

Text und Regie: Felix Krakau
Sprecher*innen: Judith Bohle und Kilian Land
Komposition und künstlerische Gestaltung: Thomas Klein

5 Fragen an Felix Krakau

Für zwei Monate warst du mit dem „Land in Sicht“-Stipendium 2020 im osthessischen Friedewald mit weniger als 2.500 Einwohner:innen. Du lebst heute in einer Großstadt, bist aber auch selbst auf dem Dorf aufgewachsen. War die Umstellung trotzdem ein Kulturschock für dich? Inwieweit unterscheidet sich das Leben in Friedewald von dem Dorfleben deiner Jugend?

Felix Krakau: „Dorf“ muss ich kurz etwas einordnen, ganz so klein war es dann doch nicht, aber viel Landschaft gab es und Ruhe direkt vor der Haustür, am Rand des Teutoburger Waldes. Den weiten Blick war ich also gewohnt. Der große Unterschied war natürlich die Vertrautheit damals und die Fremdheit jetzt, in der Jugend hatte ich meine Freund*innen, bekannte Wege und Routinen, es war mein Alltag und ich kannte es nicht anders – Friedewald war völlig neu. Trotzdem – und auch wenn ich aktuell in der Großstadt wohne – war es überhaupt kein Kulturschock, sondern eine extrem willkommene Möglichkeit, in Ruhe und Konzentration an meinen Texten arbeiten zu können, andere Perspektiven einzunehmen und neue Eindrücke zu gewinnen, also genau das, was ich gesucht habe.

Der Text „Softe Paläste“ ist während deiner Zeit in Friedewald entstanden. Wir begleiten in ihm sowohl dich als auch Wilhelm III von Hessen, dessen Geschichte du in dem Text fiktionalisierst. Was hat dich gerade an ihm so fasziniert?

Felix Krakau: Bereits vor meiner Ankunft war klar, dass ich mich mit der mittelalterlichen Geschichte Friedewalds beschäftigen wollte, die Wasserburg im Zentrum findet sich ja sogar im Wappen der Gemeinde wieder. Schon im Theaterregie-Studium hatte ich eine Faszination für Shakespeares Königsdramen, für den Umgang mit Geschichte, für Überschreibungen und das Neustricken von Narrationen. Für das Hineinragen der Vergangenheit in die Gegenwart. Da ich aber Autor bin und kein Historiker, war mir Fiktion wichtiger als Fakten. Ich wollte also eine Art spekulative Geschichtsschreibung angehen: Wie hätte es sein können und was wäre dann gewesen? Dafür habe ich mich auf die Suche gemacht nach Ankerpunkten, Orten, Personen und mich vor allem interessiert für die unbeschriebenen Blätter, die Fußnoten der Geschichte, die No-Names – und bin schließlich bei Wilhelm III. von Hessen gelandet, einem jungen Landgrafen. Dessen Vater, Heinrich III., nutze die Wasserburg als Jagdschloss und Wilhelm wiederum starb nach kurzem, nicht weiter ereignisreichen Leben, bei einem Sturz vom Pferd, knapp 80 Kilometer von Friedewald entfernt. Seine Biografie ist also eine ziemliche Leerstelle, die ich füllen wollte. Daraus entstanden ist eine Art historische Coming-of-Age-Erzählung und Wilhelm diente mir dafür als Folie. Ich hoffe, er wird mir das verzeihen.

„Heimat auf Zeit“ nennst du deinen Aufenthalt in Friedewald in „Softe Paläste“. Was nimmst du aus dieser „Heimat auf Zeit“ mit und was lässt du gerne zurück? Du erwähnst ja auch mehrmals im Text diese „scheiß Stille“…

Felix Krakau: Das mit der „scheiß Stille“ meint der Ich-Erzähler vermutlich auf eine harsche Weise liebevoll, so wie ich das auch sehen würde. Gerade fürs Schreiben konnte ich mir keine bessere Umgebung vorstellen. Dazu kam noch der phänomenale Umstand, dass ich dank der Gastfreundlichkeit von Hotel-Chef Markus Göbel (tausend Dank noch mal!) zwei Monate lang den Spa-Bereich des Schlosshotels nutzen konnte, bis Corona auch dort die Türen geschlossen hat. Prosa und Whirlpool haben also meine Zeit in Friedwald geprägt – und zudem die wahnsinnige Offenheit der Friedewalder und das große Interesse für mein Vorhaben. Wieder mit nach Düsseldorf genommen habe ich zahlreiche (noch) nicht beendete Erzählstränge mit und Anregungen, Ideen und Notizen – ebenso viele habe ich aber auch in Friedewald zurückgelassen, durchgestrichen und gelöscht, der ewige Kreislauf beim Schreiben.

Die Covid-Pandemie hat in der Kultur vielen Veranstaltungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dein Stipendium konntest du zwar in Friedewald verbringen, aber viele geplante Veranstaltungen mussten ausfallen bzw. werden hoffentlich dieses Jahr nachgeholt. Was hättest du dir noch für die Zeit vor Ort gewünscht?

Felix Krakau: Natürlich hätte ich gerne mehr Zeit gehabt für Begegnungen und Veranstaltungen, u.a. im Kopf hatte ich noch eine Spa-Lesung oder eine literarische Audiotour durch die Gemeinde. Auch offene Werkstatt-Lesungen waren mal angedacht, alle vierzehn Tage direkt vom Schreibtisch. Dafür sind aber andere schöne Sachen entstanden, wie meine wöchentliche Kolumne im Friedewalder Mitteilungsblatt – der Friedewald Report – oder eben das Hörspiel. Nur dass ich es verpasst habe, ein Spiel der SG Ausbach/Friedewald anzugucken, schmerzt mich.

Als Alternative zu den Veranstaltungen vor Ort ist ja auch das Hörspiel „Softe Paläste“ basierend auf deinem Text entstanden. Wie war für dich die Arbeit daran und ist der Text im neuen Medium für dich nochmal ein anderer geworden?

Felix Krakau: Als die Abschlusslesung abgesagt werden musste, wollte ich den Text ungern in der Schublade verschwinden lassen und ihn stattdessen in anderer Form zugänglich machen – so entstand die Idee zu dem Hörspiel. Schönerweise konnte ich dafür zwei befreundete Schauspieler*innen (Judith Bohle und Kilian Land) und einen Musiker (Thomas Klein) gewinnen, produziert haben wir das Ganze dann nach meiner Abreise in Düsseldorf. Durch die Übertragung in ein anderes Medium entsteht ja automatisch eine Interpretation des Textes, eine andere Deutungsebene, sei es durch die Stimmen oder die Musik – was ich besonders dadurch interessant fand, dass von den Dreien natürlich niemand Friedewald kannte, sie also kein Bild hatten zu den Orten und Situationen, die ich beschrieben habe. Der Text ist dadurch noch einmal weiter von mir weggerückt, fiktionaler geworden, der Ansatz der spekulativen Geschichtsschreibung wurde gewissermaßen eine Runde weitergedreht.

Die „Land in Sicht“-Stipendien und der Tag für die Literatur und die Musik werden vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.


Tag für die Literatur und die Musik am 30. Mai 2021

Die Kultur ist in Hessen auch in Pandemie-Zeiten nicht wegzudenken: Am 30. Mai 2021 feiern zahlreiche Kulturschaffende in ganz Hessen den „Tag für die Literatur und die Musik“ mit digitalen und (wenn möglich) hybriden und Live-Veranstaltungen. Von ganz im Süden mit Neckarsteinach bis in den Norden nach Kassel und von Weilburg im Westen nach Steinau an der Straße im östlichen Teil Hessens freuen sich über 220 Kultureinrichtungen auf ihr Publikum. Begleitet wird der Tag im Radio von hr2-kultur mit vielen Gesprächen, Berichten, Gedichten, Lesungen, Musik, Hörspielen und aktuellen Veranstaltungstipps. Die Veranstaltungsbroschüre für den „Tag für die Literatur und die Musik“ finden Sie hier.

Der „Tag für die Literatur und die Musik“ ist eine gemeinsame Aktion von hr2-kultur, dem Literaturland Hessen, dem Musikland Hessen, dem Landesmusikrat Hessen, dem Verein der Freunde und Förderer des Literaturlands Hessen und vom Hessischen Literaturrat. Der Aktionstag wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Der „Tag für die Literatur und die Musik“ findet online, in Hybrid- und Präsenz-Veranstaltungen statt. Alle Angebote stehen unter dem Vorbehalt der Bestimmungen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie. Bitte informieren Sie sich direkt auf den angegebenen Webseiten der Veranstalter, ob die Veranstaltungen wie angekündigt stattfinden können!


Ausschreibung Hessisches Literaturstipendium Prag

In Kooperation mit dem Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren schreiben wir zum 15. Mal das mit 2.000 Euro dotierte Hessische Literaturstipendium in Prag (3. November bis 3. Dezember 2021)  aus. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2021. Das Stipendium kann ggf. aufgrund der Corona-Pandemie auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Ausschreibung Prag


Kulturpaket II: Perspektiven eröffnen, Vielfalt sichern. Brückenstipendien

Ab sofort können künstlerisch tätige Soloselbständige die Brückenstipendien des Kulturpaket II: Perspektiven eröffnen, Vielfalt sichern beantragen. Alle Informationen dazu gibt es hier.


Vorstandsmitglied Harry Oberländer in der hessenschau

Die hessenschau hat ein schönes Porträt von unserem Vorstandsmitglied Harry Oberländer in der Reihe Poesiealbum gefilmt. Den fünfminütigen Beitrag „Dichter statt Matrose“, der Harry Oberländer durch Bad Karlshafen begleitet, kann man hier ansehen.


Ausschreibung WORTMELDUNGEN-Förderpreis

Aktuell wird wieder der Wortmeldungen-Förderpreis ausgeschrieben. Eingereicht werden können Texte zur Fragestellung „Wie tritt der Klimawandel in Erscheinung?“. Die Ausschreibung, die noch bis zum 30. Juni läuft, richtet sich an deutschsprachige Autor*innen bis 30 Jahre. Alle Informationen zur Ausschreibung gibt es hier.


Preisträger*innen Fotowettbewerb 2020/21 „Bild zum Buch“

Die Preisträger*innen des Fotowettbewerbs 2020/21 „Mein Bild zum Buch“ stehen fest: Mikhail Kapychka erhielt den 1. Platz für „Mann oder Junge?“, Joachim Moog  für „Der Ort“ den 2. Platz und Teresa Amborn für „Wollen auch nicht schlafen gehen, Denn sonst wär ich ganz alleine“ den 3. Platz. Der Publikumspreis geht an Philip Funke für „Gefühlte Orte“. Die vier preisgekrönten Bilder finden Sie hier.

Veranstalter des Fotowettbewerbs sind hr2-kultur, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Photokontor Kittel.


Videoporträts „Literatur in Hessen: Hessische Verlage vorgestellt“ auf Youtube

Mit 22 der für den Hessischen Gemeinschaftsstand angemeldeten 30 Verlage haben wir Videoporträts gedreht. Was sind die größten Erfolge der Verlage? Wie sehen sie die Zukunft des Mediums Buch und die Bedeutung der Frankfurter Buchmesse? Wo liest es sich eigentlich am besten? Wie viele ungelesene Bücher stehen im Regal und was ist eigentlich schöner: Lesebändchen, Lesezeichen oder doch das Eselsohr? Die Antworten dazu gibt es hier.


Verlagsbroschüre „Literatur in Hessen: Hessische Verlage vorgestellt“ im Börsenblatt Nr. 42

Insgesamt 30 Verlage haben sich 2020 für den Hessischen Gemeinschaftsstand „Literatur in Hessen“ angemeldet. Gemeinsam präsentieren sie sich in der Verlagsbroschüre „Literatur in Hessen: Hessische Verlage vorgestellt“ mit ihren Leseempfehlungen. Die Broschüre erscheint gedruckt als Beilage im Börsenblatt Nr. 42 pünktlich in der Buchmessen-Woche. Digital kann in der Broschüre vorab schon hier gestöbert werden.


#ZWEITERFRÜHLING: Veranstaltungsförderung

Im Rahmen der Initiative #ZWEITERFRÜHLING, die literarische Publikationen in den Fokus rückt, die in der ersten Jahreshälfte aufgrund von Corona nicht die nötige Aufmerksamkeit erhalten haben, besteht jetzt die Möglichkeit eine finanzielle Unterstützung für Veranstaltungen zu beantragen.

Das Netzwerk der Literaturhäuser schreibt gemeinsam mit der Crespo Foundation als Sponsor die Förderung von 50 Veranstaltungen mit jeweils bis zu 500 Euro aus. Beantragt werden können die Fördergelder von allen Veranstalter*innen, die Lesungen mit Roman- und Lyrikdebütant*innen aus dem Frühjahr 2020 in der zweiten Jahreshälfte planen und aktiv die Kampagne #ZWEITERFRÜHLING mitragen. Weitere Informationen sind den folgenden Links zu entnehmen:

Informationen zur Initiative #ZWEITERFRÜHLING
Pressemitteilung zur Veranstaltungsförderung
Antragsformular


Podcast: Wir gehen, wir gehen – ein Leben lang! von Ruth Johanna Benrath

Aktuell gibt es das Hörspiel „Wir gehen, wir gehen – ein Leben lang!“ unserer ehemaligen Land in Sicht-Stipendiatin Ruth Benrath zum Nachhören als Podcast bei hr2-kultur. Benrath begibt sich auf die Spuren von Hans Jürgen von der Wense, der nicht nur Schriftsteller, sondern auch Wanderer war und während seines Lebens mehr als 40.000 Kilometer zu Fuß zurücklegte.